Verfasst am 28. Oktober 09 in Literatur | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
Was sehen Sie, wenn Sie Ihr Haus in Arad in der Negev-Wüste verlassen und nach Europa reisen?
Ich sehe Menschen, die viel Mühe darauf verwenden, mehr Geld zu verdienen als sie brauchen. Die sich Dinge kaufen, die sie nicht wirklich haben wollen, um Menschen zu beeindrucken, die sie nicht mögen. Das System des totalen Eigennutzes hat seine Fehler, und diejenigen, die an Eigennutz und universellen Reichtum glaubten, mussten sich eines Besseren belehren lassen. Ich bin davon überzeugt, dass es zwischen der Unterdrückung des totalitären Kommunismus und der Brutalität des Kapitalismus noch eine dritte Möglichkeit gibt und dass diese in der Sphäre sozialer Solidarität und sozialer Integrität liegt.
Quelle: F.A.Z. www.faz.net
Verfasst am 16. Oktober 09 | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Gestern jährte sich zum 20ten Mal das legendäre Montagsgebet, dessen nachfolgende Demonstration friedlich das DDR System in seine Grenzen verwies, bzw. dessen Grenzen sprengte, wie der 9.November zeigen sollte. Die Montagsgebete und - demonstrationen wuchsen in diesen vier Wochen von Höhepunkt zu Höhepunkt. Am Montag VOR dem Mauerfall demonstrierten mehr als 300 000 Menschen. Nahezu alle Kirchen der Leipziger Innenstadt waren Montag für Montag wegen Überfüllung geschlossen. Überfüllung begann erst, als die Tür nicht mehr nach innen zu öffnen ging.
Am 9. Oktober 1989 warteten meine Mutter, meine Geschwister und ich bangend auf die Rückkehr meines Vaters und seiner Freunde aus Leipzig. Was würde geschehen? Wir hatten noch das blutbeschmierte Hemd und das geschockte Gesicht unseres Nachbarn vor Augen, der zwei Tage vorher am 7.Oktober mit ansehen und erleben musste, wie die Staatsgewalt sich scheinbar in der unselige Tradition von 1953-PragerFrühlung-"Platz des himmischen Friedens" '89 bewegen sollte. Die Drohung des örtlichen Kampfgruppen-Vorstandes klang nach: "Gebt und zwei Hundertschaften und der Spuk ist aus."
Die Demonstranten des 7. Oktobers, des 40. Jahrestages der DDR wurden geschlagen, abgeführt, abgestraft. Und der Staat drohte an, "mit der Waffe in der Hand", an diesem Montag. den 9.Oktober, der "Konterrevolution" ein Ende bereiten zu wollen. Und trotzdem - und gerade deshalb! - brachten zwei Tage später 70 000 Menschen unabhängig voneinander, ohne Aufruf und ohne mediale Organisation die Courage, den Mut, die Hoffnung auf, sich diesem schussbereiten Armeestaat entgegenzustellen: mit Gebeten, mit Kerzen, mit allem, was sie hatten - ihrem Leben. Das mag pathetisch klingen. Und doch war es so. Der 9.Oktober 1989 war eben kein harmloser Feierabendspaziergang, keine "niedliche" Revolution, keine DGB-Kundgebung, kein Gutmenschen-Marsch.

1989. Quelle: http://www.bpb.de/popup/popup_bild.html?guid=JACL9D
Wie unglaublich, dass dieses marxistische DDR-System auf dem Weg zum Karl-Marx-Platz zum fallen kam. Begonnen hatte der Weg heraus aus der Nikolaikirche. Nikolai, der Name bedeutet: "Sieger ist das Volk". Ebenso unglaublich, dass ein Pfarrer Namens "Führer" zu einer der Ikonen dieser friedlichen Revolution wurde. Die dann eben zum Fall der Mauer, ausgerechnet am 9.November führte. Der 9. Oktober schenkte unserer Geschichte ganz neue Facetten, Facetten der Freiheit und der Hoffnung.
Die darauf folgenden Montage fuhren meine Eltern und ich fast jedes mal bis zur Wahl im März 1990 zu den Friedensgebeten und zu den Demonstrationen nach Leipzig. Das Bewusstsein, dass Gott sowohl auf der Strasse, als auch in der Kirche zu finden ist, das Gebet aktiv ist - sein muss!, das Freiheit, Freiheit für die Gemeinschaft und durch die Gemeinschaft ist, das Systeme, die ungerecht gegenüber Menschen handeln, auch Gott beleidigen und deshalb nicht bleiben dürfen, wie sie sind, das sind meine Lebenslektionen aus diesem 9. Oktober. Die auch heute noch gültig sind! Denn dieser 9. Oktober ist tatsächlich noch nicht zu Ende. Wie es auch Werner Schulz gestern in seiner fulminanten Rede aussprach:
"Die Revolution geht weiter. Denn noch immer ist ihr Ruf „Wir sind das Volk“ – der Anspruch nach direkter Demokratie und Mitbestimmung nicht erfüllt. [...] Das Vermächtnis der friedlichen Revolution gehört nicht ins Museum. Wir waren nicht das Volk – sondern wir sind das Volk."
Eine westdeutsche "Wende-Folklore" brauchen wir genauso wenig, wie die "Ostalgie-Welle" auf der anderen Seite. Gebet ist immer noch DER Ort Veränderung zu wagen IN diese Welt hinein - über den "Umweg" Gott. Es ist nicht Refugium der Weltflucht. Mindestens für mich wird es Zeit, sich dessen wieder bewusst zu werden.
2009. Quelle und Rechte: http://www.mdr.de/I/6761094.jpg
Hier ein paar Links, die diesen 9.Oktober lebendig halten sollen:
Christian Führer zum 9. Oktober 1989 - bewegendes und erhellendes 8 min Interview.
Eine Revolutionsrede von Werner Schulz, zur 20 Jährigen Erinnerung: Zum lesen. Und (besser) hören. Und noch besser: sehen.
9. Oktober 2009 - Werner Schulz from DieGrünen Leipzig on Vimeo.
Eine Montagsdemo-Protokoll. Der 16. Oktober 1989.
Erzählt es euren Kindern! 20 Jahre danach: Das Lichterfest 9.Oktober 2009.
Verfasst am 10. Oktober 09 | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
Technorati-Tags: 1989, 9.Oktober, Friedensgebet, Friedliche Revolution, Leipzig, Montagsdemonstration, Wende
Verfasst am 07. Oktober 09 | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Verfasst am 07. Oktober 09 in unterwegs | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Verfasst am 06. Oktober 09 | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Rosalie (3) kommt von ihrem Cousin (4) zurück und hat Angst vor Monstern. Beim nächsten Besuch fragt Andrea zusammen mit Rosalie den kleinen Geschichtenerzähler:
"Hast du der Rosalie von Monstern erzählt?"
"Nö, hab' ich nich'."
"Kannst du dann der Rosalie mal sagen, dass es gar keine Monster gibt."
"Rosalie, musst kein Angst haben. 'S gibt keine Monster. Und auch kein' Wehrwölfe, Gespenster und Vampire."
:)
Verfasst am 18. September 09 | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Verfasst am 16. September 09 | Permalink | Kommentare (4)
Socrates' funeral oration, the poetry of John Donne, the poetry of Richard Crashaw, every once in a while Shakespeare, although not all that often, Keats' shorter stuff, Schopenhauer, Descartes' "Meditations on First Philosophy" and "Discourse on Method, "Kant's "Prolegomena to Any Future Metaphysic," although the translations are all terrible, William James' "Varieties of Religious Experience," Wittgenstein's "Tractatus," Joyce's "Portrait of the Artist as a Young Man," Hemingway -- particularly the ital stuff in "In Our Time," where you just go oomph!, Flannery O'Connor, Cormac McCarthy, Don DeLillo, A.S. Byatt, Cynthia Ozick -- the stories, especially one called"Levitations," about 25 percent of the time Pynchon. Donald Barthelme, especially a story called "The Balloon," which is the first story I ever read that made me want to be a writer, Tobias Wolff, Raymond Carver's best stuff -- the really famous stuff. Steinbeck when he's not beating his drum, 35 percent of Stephen Crane, "Moby-Dick," "The Great Gatsby."Und: er schien wirklich ein Genie gewesen zu sein. Sein Umgang mit Sprache, sein Spiel mit den Genres und die Umsetzung vieler Ideen sind wirklich ungewöhnlich. Aber nicht langweilig. Aber auch nicht immer unendlicher Spass.
Verfasst am 16. September 09 in David Foster Wallace, lesen I hören, Unendlicher Spass | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Verfasst am 01. September 09 in subjektiv | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Verfasst am 18. August 09 in Alltag in R*msd*rf, Keiner lebt für sich allein, Thailand, unterwegs | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Verfasst am 23. Juli 09 | Permalink | Kommentare (3)
Verfasst am 10. April 09 in blogger | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Das Buch bei Amazon dann ist's auch morgen da: :)
Verfasst am 08. April 09 in gebet, Leid, lesen I hören, Pete, Spiritualität, Theodizee | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
Verfasst am 08. April 09 | Permalink | Kommentare (0)
Environmentalism is not a moral matter at all - at least not for Catholic, Jewish or Biblical Churches - because the Scriptures command Human beings to master the earth, not to 'save it'.Ich kann verstehen, dass man sich in anbetracht des panikartigen Medienoverkills nicht vor den "Next bIg Thing"-Karren spannen lassen möchte. Aber man sollte das Kind (der nächsten Generation) nicht mit dem Bad (von heute) ausschütten. Umweltschutz aka Schöpfungsbewahrung ist definitv eine Aufgabe für alle Christen. Solch geniale Projekte, wie das der Abtei Münsterschwarzach (solar abtei) zeigen, wie es gehen kann. Sie wurden für ihre Bemühungen im letzten Jahr dann auch mit dem EUROSOLAR Preis ausgezeichnet.
Anfang des Jahres 2009 können wir zufrieden feststellen, dass die Abtei mit Schule und ihren Gewerbebetrieben klimaneutral lebt und wirtschaftet. 95 % unserer Energie kommt aus regenerativen Quellen. Der heilige Benedikt fordert in seiner Regel, mit allen Dingen des Alltags sorgfältig umzugehen und sie geradezu 'wie heilige Altargefäße' zu behandeln (RB 32,4). Achtsamer Umgang mit der Schöpfung ist deshalb für uns eine Art Gottesdienst und ebenso bedeutsam wie das liturgische Beten: "damit in allem Gott verherrlicht werde" (RB 57,9). Mit der Nutzung erneuerbarer Energien geht es uns um ein Leben im Einklang mit der Schöpfung und ihrem Schöpfer, sowie mit den Menschen der heutigen und den kommenden Generationen, denen wir eine lebenswerte Umwelt hinterlassen wollen.
Quelle: http://www.solar-abtei.de/
Verfasst am 31. März 09 in Bendikt, bewusst leben, EUROSOLAR, Keiner lebt für sich allein, monastisches Leben, Münsterschwarzach, nachfolge, Spiritualität, Umweltschutz | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Dr. Meyer vergegenwärtigt die oft etwas barock wirkende Kreuzestheologie Zinzendorf auf den modernen religionskritischen Atheismus. Seine trinitarische Kreuzestheologie nimmt Gedanken aus meinem Buch 'Der gekreuzigte Gott' auf und spitzt sie auf Feuerbach zu. Das unreligiöse, profane Kreuz auf Golgatha ist, als Ort der Gegenwart Gottes verstanden, das Ende des Theismus wie des Atheismus, der Religion wie der Religionskritik. Christliche Theologie ist in ihrem harten, unauflösbaren Kern Kreuzestheologie. Darum ist sie zur Kritik an natürlicher und politischer Religion jederzeit bereit. Darum ist aber Atheismus keine Antwort für sie auf den Schrei des Gekreuzigten: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Die Gotteserfahrung Christi am Kreuz macht für Christen Theismus wie Atheismus obsolet. Wenn die Alternative, "entweder Atheist zu sein oder an Jesum glauben zu müssen", tatsächlich auf Zinzendorf zurückgeht, dann ist seine Theologie höchst aktuell und zukunftsweisend.Spannend finde ich diese Linien allemal: Moltmann - Zinzendorf. Bonhoeffer - Blumhardt, ja auch Barth - Zinzendorf (Barth schrieb ein kleines Traktat, dass dem sächsischen Grafen höchstes Lob zuspricht). -------------- Für den ein oder anderen, der nun vielleicht um Moltmanns Willen einmal Zinzendorf lesen möchte oder aber die Dissertation: man kann sich gut und gerne hier bei uns ein paar Tage einschliessen und sich an die Reprint-Ausgabe des Olms Verlags machen. Wir haben die vor ein paar Jahren von guten Freunden geschenkt bekommen. * , Dr. Matthias Meyer: Feuerbach und Zinzendorf - Lutherus redivius und die Selbstauflösung der Religionskritik, 1992, Georg Olms Verlag
Verfasst am 30. März 09 in Atheismus, Dr. Matthias Meyer, lesen I hören, Moltmann, Religionskritik, Zinzendorf | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
"Ist Jesus [in den Evangelien] aufgetreten und hat gesagt: Ich bringe euch eine neue Religion mit Meditation und Gottesdiensten? Oder hat er Kranke geheilt? Wenn er kranke Menschen geheilt hat, dann hat er ihnen neues Leben gebracht. Wenn er Ausgestoßene angenommen hat und mit ihnen zu Tische saß, dann hat er ihnen neues Selbstwertgefühl gegeben. Und das ist ein neues Leben. Übrigens habe ich diese Einsicht von Dietrich Bonhoeffer, einem Theologen und Widerstandskämpfer, der 1945 von den Nazis hingerichtet wurde. Er wiederum hatte diesen Gedanken von Johann Christoph Blumhardt, einem Theologen aus dem 19.Jahrhundert übernommen."
Verfasst am 30. März 09 in Blumhardt, Bonhoeffer, chrismon, emergent village, Johann Baptist Metz, Kirche im 21. Jahrhundert, lesen I hören, Moltmann, toller Theologe | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
Der Papst hat recht. Auch wenn es notorische Kirchenkritiker noch so ärgert: Aids breitet sich in den armen Ländern aus, weil Männer dort Frauen als Beute sehen, weil Frauen nicht gelernt haben, sich zu wehren, weil Armut, Mangel an Bildung und tägliche Gewalt dazu führen, dass Sexualität nichts mit Liebe, Partnerschaft oder Verantwortung zu tun hat. Dass sich dies ändert, daran arbeitet auch die katholische Kirche in Afrika. (Süddeutsche via commentarium)Von der Seite ist klar: Kondome allein und als erstes Mittel helfen nicht, sondern verschärfen den Konflikt. Das ABC zur AIDS Bekämpfung lautet auch bei der UN-AIDS eben A-B-C:
I am a liberal on social issues and it’s difficult to admit, but the Pope is indeed right. The best evidence we have shows that condoms do not work as an intervention intended to reduce HIV infection rates, in Africa. What we see in fact is an association between greater condom use and higher infection rates. We don’t know all the reasons for this but part of it is due to what we call risk compensation. This means that a man using condoms believes that they are more effective than they really are, and so he ends up taking greater sexual risks. Another fact which is widely overlooked is that condoms are used when people are engaging in casual or commercial sex. People don’t use condoms with spouses or regular partners. So if condom rates go up, it may be that we are seeing an increase of casual sex.Und die folgenden Statistiken benötigen auch keine Worte (hier zu lesen in aller hilfreichen Ausführlichkeit via eines Leipziger Katholiken, den ich gerne mal auf einen Kaffee treffen würde *g*)
In Thailand ( ca. 60 Millionen Einwohner), wo es stark propagierte Kondom-Programme gibt, gab es im August 2003 fast 900.000 registrierte AIDS-Patienten und ungefähr 125.000 AIDS-Todesfälle. Im Jahr 1991 sagte die Weltgesundheitsorganisation für diese Zeitspanne ungefähr 60.-80.000 registrierte AIDSfälle voraus. Dazu stehen die katholischen Philippinen (ca. 70 Millionen Einwohner), wo die Kondom-Propaganda kaum existiert, in einem scharfen Kontrast. In diesem Land gab es am 30. September 2003 genau 1,946 AIDS-Patienten und 260 AIDS-Tote. Das ist ein Bruchteil der 80-90.000 Fälle, welche die Gesundheitsorganisation für die Philippinen für das Jahr 2000 vorhergesagt hatte. (Quelle: Komma, Nr. 32/2006, S. 21)So, und wer einmal soviel gelesen hat, sollte unbedingt noch hier und hier weiterlesen, da es da noch einige korrigierende Fakten gibt.
Die ersten Nachrichten, die noch aus dem Flieger Benedikts des Sechzehnten zurück in die europäischen Redaktionen gefunkt wurden, drehten sich natürlich um Kondome. Große Überraschung. Andere Fragen fallen den werten Kollegen zum Schwarzen Kontinent kaum noch ein - obwohl die Rate der HIV-Infizierten in Washington, D.C. höher ist als in Westafrika. Was soll es in Afrika noch zu entdecken geben? Diese Welt interessiert den Westen nicht wirklich, jedenfalls nicht wie den alten Papst, der die Strapaze dieser Tour noch vor den anstrengenden Osterfeierlichkeiten auf sich genommen hat. (DIE WELT - via commentarium) Denn sie ignoriert, dass es gerade die Kirchen sind, die sich weltweit im Kampf gegen Aids engagieren. Die Empörten übersehen den grundsätzlichen Ansatz des Mannes aus Rom. Er wagt es, den Blick auf die Treue zwischen Menschen zu lenken, auf die Würde des Menschen überhaupt - und eben auch auf Afrika. Afrika? Da gäbe es viel Anlass zur Empörung: Machtmissbrauch und Korruption. Armut, Krankheit, Kriege. Ausbeutung. Aber da müsste man dem Papst ja Recht geben. (Hessische Allgemeine wieder via commentarium)Die Frage, warum ein Großteil des medialen und politischen Europas gegen den Papst im Speziellen und gegen Kirche und Christen im Allgemeinen (denn es handelt sich hier nur auf den ersten Blick um ein 'Papst-Bashing') wettert, und so das AIDS-Dilemma Afrikas nur noch schürt, statt positiv zu helfen, ist damit natürlich nicht beantwortet. Mag es verstehen wer will. Aber wenn Ideologie wichtiger ist, als die Hilfe für den Betroffenen Kontinent, dann weiss ich auch nicht. [Mit besten Dank an commentarium für die Presseschau und ecclesiacatholica für die Statistik] UPDATE: Die F.A.Z. schreibt hier im Prinzip in eine ähnliche Richtung. Ein Artikel, der sich lohnt.
Verfasst am 23. März 09 in Afrika, AIDS, blogger, lesen I hören, mediale Staubwüste, Papst, Wut | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack (0)
Verfasst am 13. März 09 in Alltag in R*msd*rf, Alltag in Ramsdorf, convers, Gefängnis, Keiner lebt für sich allein, news, Ramsdorf, Schularbeit | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Aleksandar Tisma: Die Schule der Gottlosigkeit
Ein sehr krasses Buch, das aus vier Kurzgeschichten besteht. Die Titelgeschichte fuhr mir in Mark und Bein. Sie beschreibt einen folternden Staatsbeamten der serbischen Sicherheitskräfte, dessen Sohn im Sterben liegt. Am Ende betet dieser: "Ich danke dir, Gott! Es gibt dich nicht, Gott! Nein, es gibt dich wirklich nicht. Ich danke dir."
Gerard Manley Hopkins: Geliebtes Kind der Sprache
Wahnsinnig geniale Gedichte. Hopkins startete bald nach seinem Eintritt in den Orden der Jesuiten eine zweite "Karriere" als Dichter. Selten eine so kreativ-spirituelle Sprache gehört! "Poetry is worship", war sein Credo. Allerdings!!
Reif Larsen: Die Karte meiner Träume
Hat mir Andrea zum Geburtstag geschenkt. Ein grosses Buch für grosse Kinder. Wunderschöne Illustrationen, die eingewoben, die lange (Zug-)Reise eines jungen Künstlers durch Amerika zu sich selbst begleiten.
David Grossman: Eine Frau flieht vor einer Nachricht
Spätestens der Deutsche Friedenspreis war für mich Auslöser, dieses Buch zu lesen. Ob ich die 700 Seiten bis zur Preisverleihung im Spätsommer geschafft haben werde? Bestimmt, denn dieses Buch fesselt.
Grossmann, der selber einen Sohn im Libanonkrieg verloren hat, während er an diesem Buch saß, beschreibt das Umfeld einer Mutter, die vor genau dieser Nachricht flieht.
Nicholson Baker: Der Anthologist
Eine Einleitung zu einer Anthologie über Gedichte, die nie fertig wird. Dann trennt sich auch noch die Freundin und man bricht sich fast die Hand. Dieses Buch könnte ein Gedicht sein, wenn mehr Gedichte drin wären.
Benjamin Stein: Die Leinwand
1. Frage: Wo fange ich an zu lesen? Vorne oder, äh, vorne? Zwei Geschichten,die sich treffen, in der Mitte. Oder am Ende?
Ein Buch, um die Frage: Wer bin ich, wenn mir nur meine Erinnerungen bleiben, die ich habe? Und was ist, wenn diese falsch sind?
Christian Führer: Und wir sind dabei gewesen: Die Revolution, die aus der Kirche kam
Kann man lernen, wie man eine Revolution initiiert? Sicher nicht. Aber man kann von Christian Führer unendlich viel lernen, wie der praktische und der geistliche Alltag verschmelzen können, wie man für die Leute nachvollziehbar und inspirierend Jesus folgt. Unheimlich erhellend!! Und praktisch umsetzbar.